Konfigurationen eingeben

Konfigurationen werden in der Fernfeldtabelle erfasst. Sollte sich der Nahfeldviewer im Vordergrund befinden, hilft ein Klick in das Fenster mit der Fernfeldtabelle. Sollten sich noch Demo-Daten in der Tabelle befinden sollten diese mit dem Button "Spalte entfernen" gelöscht werden. Dazu drückt man so lange, bzw. wiederholt auf diesen Button, bis die Tabelle leer ist und fügt dann mit dem Button "Spalte hinzufügen" eine neue Spalte hinzu. Wenn dies alles korrekt ausgeführt wurde, dann sieht das Fenster mit der Fernfeldtabelle nun so aus:

Wir beginnen nun diese Spalte von oben nach unten auszufüllen:

  1. Frequenzband
  2. Hier muss die Banduntergrenze des verwendeten Bandes eingegeben werden. Die Eingabe muss in MHz erfolgen. Es kann jede beliebige Frequenz eingetragen werden. Dies gibt die Möglichkeit auch Frequenzbänder zu erklären, die bei der Erstellung des Programmes noch nicht für den Amateurfunk freigegeben waren. Alternativ zur direkten Eingabe der Frequenz in dieses Feld kann man auch mit der rechten Maustaste in, bzw. auf dieses Feld klicken, um ein Kontextmenü mit verschiedenen Vorgaben für verschiedene Amateurfunkbänder zu erhalten.


    Ich habe hier 28MHz für das 10m-Band gewählt. Nach der Eingabe des Frequenzbandes werden unten in der Tabelle automatisch die Werte für den Personenschutzgrenzwert und für den Abstand des sogenannten "reaktiven Nahfeldes" eingetragen. Für das 10m Band ergeben sich für den Personenschutzgrenzwert 28V/m und für den Abstand des reaktiven Nahfeldes 1,7m. Dieser Abstand ist der kleinstmögliche, der in der Anzeige ausgewiesen werden kann, wenn man nur eine reine Fernfeldbetrachtung vornimmt.

  3. Senderausgangsleistung, PEP
  4. Hier muss in "Watt, PEP" die Senderausgangsleistung, welche man maximal auf dem jeweiligen Band (und in der jeweiligen Modulationsart) verwenden will, eingetragen werden. Möchte man also beispielsweise auf 10m mit 200 Watt PEP in SSB senden, so sind hier 200 Watt einzutragen.

    Achtung Fallstrick: Für AM geben die TRX-Hersteller die Trägerleistung an und nicht die PEP-Leistung. Die PEP-Leistung erhält man, indem man die Trägerleistung mit 2,362 multipliziert (Das ist der Kehrwert aus 0,38. Siehe dazu mehr im Eintrag "Modulationsart, ITU")!

    Hinweis: auch für dieses Feld gibt es ein Kontextmenü, welches mit einem rechten Mausklick in dieses Feld aufgerufen werden kann.

  5. TX/RX-Faktor
  6. Da sich die Grenzwerte, welche in der BImschV festgelegt wurden auf einen Mittelwert über ein Zeitinterval von 6 Minuten beziehen und eine 6 Minuten lange Daueraussendung im Amateurfunk so gut wie nie vorkommt (wir sind ja keine Rundfunksender, HI, bei uns darf der QSO-Partner ja auch mal antworten...), ist ein Wert von 0,5 (entsprechend 3 Minuten quassel ich, und drei Minuten darf der QSO-Partner was sagen) durchaus als fair zu betrachten. Quasselstrippen und Rundspruchstationen sollten diesen Wert auf 1,0 ändern (entsprechend 6 Minuten Dauersendung bezogen auf ein 6 Minuten Zeitinterval). Alle anderen lassen diesen Wert einfach auf 0,5 stehen.

    Ach ja, wer auf die Idee kommt, diesen Wert auf weniger als 0,5 zu setzen, weil dies ja den erforderlichen Schutzabstand senkt, sei darauf hingewiesen, dass dies zwar stimmt, er dann aber natürlich auch daran gebunden ist. Soll heissen: Wer den Wert auf 0,25 setzt, muss dann auch nach 1,5 Minuten Senden für 4,5 Minuten schweigen...

  7. Modulationsart ITU
  8. Wer sich, so wie ich nicht für eine bestimmte Spielart des Amateurfunks entscheiden kann, wählt hier einfach "ALLE" aus, bzw. lässt die Vorgabe so, wie sie ist. Der Grund, warum es diesen Eintrag überhaupt gibt ist der, dass es für einige Modulationsarten (z.B. A3E, also Sprache in AM) andere Korrekturwerte als 1,0 zwischen PEP-Sendeleistung und effektiver Sendeleistung gibt.

    Den ein oder anderen höre ich jetzt schon am Kopf kratzen, HI... Ist denn die PEP-Sendeleistung keine Effektivleistung? Habe ich da was falsches im Kurs für die Prüfung gelernt? Nein. Das stimmt schon. PEP ist auch eine Effektivleistungsangabe. Aber es ist eine andere Angabe als die, auf die sich die BImschV bezieht. Diese bezieht sich auf die "effektive Durchschnittsleistung", während die PEP-Sendeleistung die "effektive Impulsspitzenleistung" ist. Bei einem amplitudenkonstanten Signal sind beide gleich. Dies ist der Fall bei F3E oder einem Dauerstrich in A1A. Bei einem amplitudenmodulierten Signal jedoch sind diese nicht gleich. Es gibt also einen Faktor (einen Unterschied), zwischen PEP-Leistung und effektiver Durchschnittsleistung. Auch wenn in der aktuellen Gesetzesfassung Fehler gemacht wurden, denn für J3E ist der technisch korrekte Faktor beispielsweise kleiner-gleich 0,5 und nicht 1,0, sind wir an diese Vorgaben gebunden. Soll heissen: Im Moment bringt es uns noch nichts J3E und A1A getrennt auszuweisen. Der Faktor ist derzeit in beiden Fällen mit 1,0 vorgegeben. Für A3E (AM, Sprache) gibt es zwar einen anderen Faktor (0,38). Der nützt uns aber leider auch nichts. Denn im Feld "Senderausgangsleistung PEP" ist ja die PEP-Leistung und nicht die Trägerleistung anzugeben. Da der Unterschied zwischen PEP und Trägerleistung genau dem Kehrwert aus dem Korrekturfaktor 0,38 entspricht, heben sich beide wieder auf.

    Fazit: Im Moment macht es schlicht keinen Sinn, eine andere Modulationsart als "ALLE" auszuweisen. Das einzige, was positiv daran ist, wir müssen nicht so viele Tabellenspalten erstellen...

    Hinweis: auch für dieses Feld gibt es ein Kontextmenü, welches mit einem rechten Mausklick in dieses Feld aufgerufen werden kann.

  9. Antenne
  10. Das nächste Feld, welches eingegeben werden muss, ist der Antennenname. Hier geben wir eine eindeutige Bezeichnung für die Antenne ein. Für dieses Beispiel nehmen wir "Dipol 10m". Da später beim Ausdruck die Nahfelder für die verschiedenen Bänder einer Antenne zusammen ausgegeben werden sollen, ist es hier wichtig, dass wenn man eine Multibandantenne anzeigen möchte, diese in allen Spalten identisch denselben Namen haben muss. Für ein 2x7,5m Doublet bietet es sich also an, dieses in jeder Spalte ("in jeder Konfiguration") mit dem Namen "Doublet, 2x7,5m" zu bezeichnen.

  11. Antennenfernfeldgewinn
  12. In dieses Feld tragen wir den Antennenfernfeldgewinn ein. Es ist zulässig den Freiraumgewinn zu verwenden. Also für den oben erwähnten Dipol 2,15 dBi einzutragen. Sofern man den tatsächlichen Gewinn über Boden kennt, sollte aber vorzugsweise der Gewinn über Boden eingetragen werden. Diesen kann man entweder aus den Herstellerdaten entnehmen oder über eine Antennensimulation gewinnen. Dazu später mehr. Für dieses Beispiel bleiben wir beim Fernfeldgewinn des Dipols.

  13. Höhe über Grund, Unterkante
  14. In dieses Feld ist die Höhe der Antenne über Grund einzugeben. Wichtig hierbei ist, dass nicht die Speisepunkthöhe, sondern die Höhe des tiefsten Antennenelementes gewählt wird. Also egal ob dieser Teil ein Radial oder der Strahler ist, der unterste Zipfel der Antenne hat die Höhe, die hier eingetragen werden muss. Für das Beispiel wähle ich die Höhe der Antennenunterkante mit 7m.

  15. Kabeltyp
  16. In dieses Feld wird der Kabeltyp eingetragen. Also beispielsweise "RG 58 C/U" oder "RG 213 U". Der Name ist frei wählbar. Wer es bequem haben möchte, klickt mit der rechten Maustaste in dieses Eingabefeld und wählt ein Kabel aus der Datenbank. In dem Fall wird auch das nächste Feld, die Kabeldämpfung auf 100m für die gegebene Frequenz automatisch eingetragen. Für dieses Beispiel wähle ich "RG 58 C/U" aus der Datenbank.

  17. Kabeldämpfung auf 100m
  18. Wer ein Kabel aus der Datenbank eingetragen hat, muss hier nichts eingeben. Die Dämpfung wird dann aus der Datenbank berechnet. Wer ein Kabel verwenden will, welches nicht in der Datenbank enthalten ist, tut bitte zwei Dinge: 1. die Kabeldämpfung auf 100m für das Frequenzband eintragen und 2. mir eine eMail schicken, mit den Kabeldaten. Ich werden das Kabel dann bei nächster Gelegenheit in die Datenbank einpflegen.

  19. Kabellänge
  20. Wer hätte das gedacht, in dieses Feld wird die Länge des Kabels zwischen TRX und Antenne eingetragen. Kleine Patchkabel, z.B. zwischen TRX und einem Tuner werden vernachlässigt. D.h. in dem Fall wird die Kabellänge ab Tuner bis zur Antenne eingetragen. Für dieses Beispiel wähle ich 30m.

  21. zusätzliche Dämpfung
  22. In dieses Feld können zusätzliche Dämpfungen eingetragen werden. Normalerweise gebe ich hier 0 dB an. Hintergrund ist, dass selbst viele PL-Stecker auf dem Weg zur Antenne wenig zusätzliche Dämpfung bedeuten und dies einen kleinen Sicherheitsgewinn bedeutet. Insbesondere dann, wenn nur der Fernfeldgewinn der Antenne bekannt ist.


Damit sieht die eingegebene Konfiguration so aus:

Wichtig sind jetzt nur noch zwei Dinge: Erstens das Feld "Nahfeldsimulation erforderlich" und zweitens "Personenschutzabstand Nahfeld". Der berechnete "Personenschutzabstand, Fernfeld" liegt in diesem Beispiel bei 1,9 m. Damit ist er größer als der darunter mit 1,7 m ausgewiesene "Abstand reaktives Nahfeld". Aus diesem Grund ist das Feld "Nahfeldsimulation erforderlich" mit "Nein" belegt und Grün. Sollte es bei einer Fernfeldberechnung, so wie in diesem Beispiel aufgeführt Rot werden und mit "Ja" belegt sein, so bedeutet das nicht, dass man unbedingt eine Nahfeldberechnung benötigt. Wenn nämlich als Schutzabstand der dann größere Wert aus dem Feld "Abstand reaktives Nahfeld" verwendet werden kann, ist man fein raus. Kann man diesen Abstand nicht realisieren, dann wird man jedoch eine Nahfeldberechnung entweder selbst anfertigen müssen oder von einem befreundeten OM anfertigen lassen müssen.