Was benötige ich unbedingt für die BEMFV-Anzeige?

Für die BEMFV-Anzeige werden die folgenden Dinge benötigt:

  1. Eine Skizze des Grundstücks auf dem sich die Sendestelle befindet.
  2. Ein Katasterauszug ist, anders als das vielfach behauptet wird, nicht unbedingt erforderlich aber u.U. sehr hilfreich. Dennoch muss die Skizze des Grundstücks auf den amtlichen Daten basieren. In NRW kann hierbei auf das TIM-Online-System zurückgegriffen werden, um kostenlos an diese Daten heranzukommen. Ansonsten helfen Baupläne und u.U. die Satellitenansicht von Google Maps, um an die benötigten Grundstücksumrisse zu kommen. Hier ist ein Beispiel einer solchen Skizze, bzw. eines solchen Lageplanes zu sehen:

    Es ist empfehlenswert die Skizze mit einem Grafik- oder CAD-Programm zu erstellen, damit man sie bei späteren Änderungen nicht komplett neu erstellen muss. Das obige Bild zeigt eine sehr detailierte Skizze. So genau, bzw. detailreich muss es gar nicht sein. Wichtig ist, dass die Skizze maßstabsgetreu ist und einen ausgewiesen Maßstab hat. Aus der Aufsicht muss der Übergang zu den Nachbargrundstücken erkennbar sein, sowie ihre Art (z.B. "angrenzendes Privatgrundstück mit/ohne Wohnbebauung"). Die Ausrichtung ("Windrose mit Nordrichtung") des Grundstücks muss erkennbar sein. Für jede Antenne muss der "standortbezogene Sicherheitsbereich" einzeln eingetragen sein. Dieser ist nicht pro Frequenzband, sondern über alle Bänder, auf denen die Antenne betrieben wird anzugeben. Weiterhin muss der Verlauf des "kontrollierbaren Sicherheitsbereichs" nachvollziehbar dargestellt werden. Für den Fall, dass der standortbezogene Sicherheitsbereich keiner einzigen Antenne in der Aufsicht über die Kontur des kontrollierbaren Bereiches hinausgeht, reicht eine Aufsicht. In allen anderen Fällen ist eine Dreiseitenansicht zu erstellen. Die Skizze muss den Ort u. Betreiber der Sendeanlage widergeben, sowie dasselbe Datum, wie die übrige Erklärung tragen. Eine Legende sollte alle Eintragungen nachvollziehbar machen.

  3. Stationsblockschaltbild
  4. Ein Stationsblockschaltbild ist, anders als sonst zu lesen, nicht zwingend erforderlich aber für die eigene Dokumentation durchaus sinnvoll. An dieser Stelle gleich der Hinweis: Der Grund, warum das Blockschaltbild der Station nahezu überall aufgeführt ist, ist in fast allen Fällen der, dass man auf diese Art und Weise Verluste in Steckverbindern, SWR-Messbrücken und Tunern aufsummieren könne. Ich würde davon Abstand nehmen. Diese Verluste sind typischerweise recht gering (im Falle von PL-Steckern unter 30MHz im Bereich max. 1/10 dB und nicht wie vielfach zu lesen im Bereich von 1 dB oder gar darüber) und man begibt sich bei der Argumentation recht schnell auf dünnes Eis. Insbesondere bei Tunern. Ich habe diese Verluste daher in meiner eigenen Erklärung mit 0dB ausgewiesen und kann nur wärmstens empfehlen, das nicht anders zu handhaben und das, obwohl insbesondere mit Tunern ggf. große Verluste auftreten können.

  5. Antennendaten
  6. Die Datenblätter käuflicher Antennen werden uns meist vom jeweiligen Hersteller mitgeliefert. Sind sie verloren gegangen oder wurden doch nicht mitgeliefert, so kann man sie häufig entweder bei Hersteller auf der jeweiligen Homepage finden, dort anfragen oder mit ein wenig Aufwand "ergoogeln", d.h. mit einer Internetsuchmaschine der eigenen Wahl wiederfinden. Zu beachten ist hierbei allerdings, dass das was uns für die BEMFV-Anzeige interessiert, im Regelfalle die Gewinnangaben über Boden sind und nicht die Gewinnangaben für den "Freiraum". Denn so hoch können wir (und wollen wir) unsere Antennen meist nicht aufbauen. Wo nun der Unterschied liegt? Das ist einfach erklärt:

    Die von der Antenne abgehende Welle wird natürlich zu einem Teil vom Boden absorbiert ("geschluckt"). An diesen Teil denken die meisten von uns ganz intuitiv bei dem Wort "Bodenverluste". Allerdings wird der überwiegende Teil der von der Antenne ausgehenden Wellen vom Boden reflektiert. Insbesondere im Bereich VHF/UHF/SHF (siehe dazu auch den schon erwähnten Artikel über die Winkeldämpfung). Im günstigsten Fall überlagern sich diese beiden Anteile (der direkte und der über den Boden reflektierte) konstruktiv so, dass der Antennengewinn gegenüber dem Freiraum dramatisch ansteigt.

    Beispiel: Den Freiraumgewinn eines Dipols kennt wohl jeder Funkamateur auswendig (2,15 dBi). Im idealen Abstand über Boden (dieser liegt je nach Wellenlänge und Bodenbeschaffenheit bei ca. 1/4 bis 1/2 Lambda) liegt der Gewinn eines einfachen Dipols aber bei zwischen +5 und +9 dBi. Hierbei wurden die Bodenverluste schon berücksichtigt! Stehen nur Freiraumdaten zur Verfügung, so haben wir keine andere Wahl, wir müssen sie verwenden. Allerdings wäre mein Rat in diesem Fall, einen pauschalen Sicherheitszuschlag von 3dB auf den Antennengewinn einfacher Drahtantennen aufzuschlagen, damit wir nicht völlig an den Wahrheiten vorbeierklären (vielleicht schreibe ich später zu diesem Punkt noch einen eigenen Artikel).